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1. Mai 2024

oder: warum dieses Anliegen von MdB Sonja Eichwede so wichtig ist

Joseph Goebbels schrieb am 24. März 1933 in sein Tagebuch:


„Ich bringe als ersten Gesetzentwurf die Erklärung des 1. Mai zum nationalen Feiertag des deutschen Volkes durch und wurde vom Kabinett mit seiner Durchführung beauftragt. Wir werden das in größtem Rahmen aufziehen und zum ersten Mal das ganze deutsche Volk in einer einzigen Demonstration zusammenfassen. Von da ab beginnt dann die Auseinandersetzung mit den Gewerkschaften. Wir werden nicht eher Ruhe bekommen, bis sie restlos in unserer Hand sind.“






Schon 1919 erklärte die Weimarer Nationalversammlung den 1. Mai zum gesetzlichen Feiertag -allerdings nur einmalig. Für einen dauerhaften Feiertag gab es in der Weimarer Republik keine politische Mehrheit.

1929 eskaliert der Streit um den Tag zwischen SPD und KPD: Trotz eines Demonstrationsverbots ruft die KPD in Berlin zu Kundgebungen auf. Dabei kommt es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen - mehr als 30 Menschen sterben. Der 1. Mai 1929 geht als "Blutmai" in die Geschichte ein.

Zu einem festen Feiertag wird der 1. Mai dann im Jahr 1933: Die Nazis machten ihn zum "Tag der Nationalen Arbeit". Der Tag wurde zum nationalsozialistischen Propagandaspektakel, Gewerkschaften wurden zerschlagen, ihre Mitglieder verfolgt.


Tag der Arbeit 2024

Wie definieren wir heute Arbeit? Gibt es sie noch, die "Working Class Heroes", die John Lennon einst besang? Working Class Hero ist ein politisches Lied über das soziale Gefälle der Klassengesellschaft, in der die Individuen der Arbeiterklasse von der Mittelklasse als „Maschine“ ausgebeutet würden. John Lennon beschrieb es in einem Interview im Dezember 1970 allerdings politisch ziemlich unkorrekt: "Es ist für den Arbeiter und nicht für Tussis und Schwuchteln."

Heute definieren wir Arbeit nicht allein über die Arbeit im Bergbau, am Band und/oder als körperlich schwer Arbeitende. Die "Klassengesellschaft" hat sich verändert. Naja, und "Tussis und Schwuchteln" sind längst auch im Kapitalismus angekommen: in den Medien, betreiben erfolgreiche StartUps, haben Führungspositionen Politik und Gesellschaft usw.

Doch die härteste Arbeit mit der wir derzeit auf die Probe gestellt werden ist die Mitwirkung an demokratischen Prozessen. Diese erscheint in keiner Statistik zum Bruttoinlandsprodukt. Genauso wenig, wie Care Arbeit an sich: Arbeit mit, an und für unsere grundgesetzlich verankerte Parteiendemokratie i s t Care Arbeit. Und Ja: diese beginnt an unserem Wohnort in der Kommunalpolitik mit unseren kommunalpolitischen VertreterInnen. Diese Care Arbeit bildet das Gerüst unseres Zusammenlebens. Für Soziale Gerechtigkeit, Sozialen Frieden und Sozialer Wärme. Und Ja: es bedarf mehr Anerkennung auch dieser unserer Care Arbeit, unseres zivilgesellschaftlichen Engagements.


Folgen wir also dem Hinweis von Sonja Eichwede: lasst uns ihr Anliegen als "Care Paket" für ein demokratisches, streitbares und im Idealfall konstruktives Miteinander packen. Noch haben wir die Wahl. Das, übrigens ist die grösste Form der Freiheit: überhaupt eine Wahl zu haben. Sehen wir es nicht als Last, sondern als Lust.

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